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16. Die Erfüllung der ewigen Ordnungen

aus dem Tao Te King von Lao Tse,

aus dem Chinesischen von Rudolf Bachofen.

16. Die Erfüllung der ewigen Ordnungen

117. Wunschloses Aufwärtsstreben gibt Herzensstille.

118. Und kämen auf einen Wunschlosen auch alle Wesen zu,-
er bliebe still, ihr Kommen und Gehen schauend.

119. Denn alles Lebendige ist dem Wechsel unterworfen:
Es entfaltet sich – und kehret zum Urgrund zurück.

120. Zurückkehren zum Urgrund, das heißt: stille werden,
das heißt: heimkehren.

121. Heimkehr ist: Rückkehr ins Unvergängliche.

122. Wer dies erkennt, ist weise;
wer es nicht erkennt, stiftet Unheil.

123. Wer von der Unvergänglichkeit ergriffen wird,
der wird weitherzig.

124. Der Weitherzige ist duldsam.

125. Der Duldsame ist edel.

126. Der Edle erfüllt die ewigen Ordnungen.

127. Und wer diese erfüllt, der gleicht dem Unergründlichen,
und ist, wie dieses, unvergänglich.

128. Keinerlei Schicksal trifft ihn mehr.