Bibel

Befreit die Bibel? Befreit die Bibel!

Befreit der Geist der Bibel den Menschen? Was ist es, was wir der Bibel für uns selbst und unserer Selbstverfeinerung entnehmen können? Was dient uns, unserem Umfeld und dem Heil? Die Bibel an sich? Deren Wort? Oder gar die Zeugen Jehovas?

Im Dialog mit einer Freundin kam eine Fragestellung auf, welche ich beantworten mag. Aufgrund der Länge der Antwort und dessen Inhalt, fertige ich einen Beitrag daraus. Auch, um das Wort nicht in einem Kommentar verschwinden zu lassen, sondern dauerhaft greifbar zu machen.

Vor nicht allzu langer Zeit schrieb ich bereits über die Notwendigkeit der eigenen Studien. Es kann sicher nicht schaden, auch diesen Artikel im Anschluss zu lesen.




In besagtem Gespräch ging es um Zeugen Jehovas und deren Bibelstudium, welches sie jedem Interessierten anbieten. Im Rahmen dessen erarbeitet man die Inhalte des Buches „WAS LEHRT DIE BIBEL wirklich?“. In 20 Kapiteln werden die Grundinhalte der Bibel (bzw. der „Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift“, die Bibel der Zeugen Jehovas und die Lehren der Zeugen Jehovas) erörtert. Im Zuge dessen kann man auch leicht die Bücher „Die Bibel – Gottes oder Menschenwort“ und „Unterredungen anhand der Schriften“ erhalten.

Neben den Gesprächsinhalten auf Grundlage der Bücher, kann man natürlich Themen einbringen bzw. Themenwünsche äussern, welche meiner Erfahrung nach immer nachgegangen wird. Sei es sonnst so schräg oder ketzerische. Angenehm fällt auf, das sich Zeugen Jehovas wirkliche Mühe geben auf Wünsche einzugehen – was natürlich aber immer beschränkt ist. Das schliesst bei mir aber sogar die mehrtägige Recherche ein, wenn ich eine tiefgreifende Frage zu einem speziellen Themenbereich habe – und auch Zeugen Jehovas sind nicht perfekt: auch sie müssen manchmal erst nachschauen, recherchieren und verschieben eine Thematik. Das werte ich allerdings als durchweg positiv. Auch ich habe nicht alle Inhalte griffbereit im Kopf und begrüße, wenn jemand fundierte (aber natürlich subjektive) Antworten geben will, statt schnell und blind zu plappern.

Die Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift weicht in ihrem Inhalt und Wortlaut, ebenso wie andere Bibelübertragungen, von anderen Versionen ab. Man betrachte dieses Menge und vermute die weitere Menge in wesentlich älteren, historischen Verfälschungen.

Ich werte das Studium der Bibel – in jeder Interpretation und Übersetzung – als sehr sinnvoll, geradezu als notwendig. Nicht nur, weil es einen wesentlichen Teil unserer Identität auf bewussten und unbewussten Ebenen ausmacht. Auch – und gerade deswegen! – weil die Bibel ein Weisheitsträger ist. Nur einen Fehler darf man dabei nicht machen: nur auf eine Bibel starren. Man könnte sogar noch weiter gehen und sagen, das es nicht förderlich wäre nur eine heilige Schrift zu lesen. Beispielsweise auch Veden, Koran, Tora und Kabbala bieten genug Parallelen, um Rückschlüsse ziehen zu können, sind sogar gerade noch notwendig, um Verbindungen ziehen zu künnen. Es sei gemerkt: es geht nie darum etwas blind zu akzeptieren. Wahrer Glaube – an was auch immer – kann nur aus Erkenntnis entstehen. Nur durch gefestigten Glauben entsteht die Kraft und das Heil dessen.

Wer in der Bibel studiert um den Inhalt zu erfassen, muss sich zwangsläufig mit verschiedenen Bibelversionen ausseinandersetzen und diese vergleichend anwenden. Gute Dienste leisten dabei beispielsweise Studienbibeln [Link zu Amazon]. Studienbibeln bieten Querverweise, Verzeichnisse, ein Glossar oder erörternde Inhalte. Auch das Gespräch mit Geistlichen schadet bei unvoreingenommener Haltung nicht – ganz egal welche Eindrücke sich daraus ergeben. Diese Eindrücke und deine (hoffentlich nicht vorschnelle) Bewertung wird dein Weltbild verfeinern. Es liegt am Studierenden was er aus den Inhalten macht und zum Teil auch wie er sie versteht.

Das Studium der Bibel nicht anzunehmen, weil man meint, die Bibel sei „falsch“ oder „verfälscht“ halte ich für praktisch demonstrierte Kurzsichtigkeit, bis hin zur Dummheit. Wer etwas als „falsch“ oder „verfälscht“ befinden oder anklagen will ist schon für sich selbst aufgefordert das „richtige“, „reinere“ zu benennen oder zumindest versuchen es zu definieren. Kann man nicht erst bewusst das Richtige wählen, wenn man die Wahl dazu hat? Bzw. überhaupt das Urteilsvermögen hat, das Rechte zu wählen? Peinlich wird es dort und für Jene, wo die Bibel in ihrer Spiritualität angezweifelt oder als Untreffend dargestellt wird, wo man doch selbst sich kein fundiertes Urteil bilden kann. Hauptsache dagegen. Gegen was eigentlich? Das auch die meisten „Christen“ die Inhalte und Wörter ihres Gottes nicht kennen, ist nicht nur bedauerlich, sondern auch lächerlich. Zeitgeist halt. Schade drum.



Bedauerlich und lächerlich: was aber eben auch wieder den Unterschied erkennen lässt, zwischen Vereinnahmung der Menschen durch Kirchen oder der Vereinnahmung Gottes durch den Menschen.

Und dieses Studium erhellt, ganz egal in welchen geistigen, spirituellen oder religiösen Strömungen man sich selbst mit Theorie und Praxis bewegt. Ob man als Satanist (in wie weit auch immer) den Hintergrund seiner Bewegung verstehen will, als Esoteriker die Einflüsse erkennen oder als Atheist die eigene geistige Beschränkheit erkennen will – die Bibel und das Studium darum ist ein Vehikel dazu.

Die Bibel bzw. dessen Essenz daraus, die Botschaft Jesu, sind nicht unbedingt nur Wortgefechte. Ja, das können sie sein, wenn man aufzieht an einzelnen Aspekten, zu Grunde liegende Gemeinsamkeiten jedoch debattiert, die Bibel nicht kennt und man nun über Steuer, Abgaben, Obrigkeitstreue und vieles mehr sprechen will.

Die Bibel, bzw. Gottes Wort ist aber viel mehr als Worthülse und -gefecht, auch wenn man nicht mit allen aktuellen Interpretationen der Inhalte übereinstimmt: die Bibel ist die praktische Botschaft der Weisheit, der Liebe, des Mitgefühls und der Versöhnung. Nichts braucht die Welt mehr, um das System der Dinge zu überwinden.

Befreit der Geist der Bibel? Ja. Denn Du befreist Dich und erlangst Klarheit – über was und wie auch immer. Was auch immer Du erkennst und annnimmst oder ablehnst.  Es wirkt nicht in der Bibel, es wirkts Du. Was auch immer. Mit und durch die Bibel. Auf dein Wohl!

Fragen, Anregungen, konstruktive Kritik? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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