Die Beschwörung des Planetengeistes des Merkur – Ophiel, getätigt und berichtet von Albertus Bayr

Die Beschwörung des Planetengeistes des Merkur – Ophiel, getätigt und berichtet von Albertus Bayr

Albertus Bayr, Mönch des Carmeliter-Ordens aus dem Kloster Maria-Magdalena de stella nova in Italien, überlieferte die Beschwörung des Planetengeistes des Merkur, Ophiel. Am 18. Februar 1568, am Tag des Festes zu Ehren der Jungfrau Maria, habe er Ophiel nach Art eines Kloster-Exorcisten beschworen, um ihm Geheimnisse der Alchemie zu entlocken.

Diese Niederschrift befinde ich selbst für so klar und leicht verständlich, das ich sie hier komplett wiedergeben will. Sicher – eine kleine Menge zu lesen ist es, und ein gewisses Grundwissen ist hilfreich, doch wie gesagt – letztlich klar und leicht verständlich. Zumindest der Inhalt, nicht der damalige Sprachgebrauch. Auch hier wieder, wie bei jeder anderen Abschrift, habe ich die Schreibweise, Punktierung oder andere literarische Eigenschaften, nicht verfälscht.

Colloqium

Spiritus Mercurii,

Cum Fratre

Alerto Bayrs,

Ordinis Carmelitani &c.

SPIR. MERCURII
Was ist die Ursach, daß du mich mit so viel Abgötterey und Conjurationibus bezaubert und gebannet hast?

ALBERTUS
Ich will dir die Ursache sagen, wann du mich zuvor Leib und Lebens, und der Seelengefahr versichern wilt.

SPIRITUS
Das stehet in meiner Macht nicht, aber ich bin nicht gekommen, dir solches zu thun; Wirst du aber von der Zauberey nicht lassen, so bist du schon einem anderen befohlen, der wird mit dir und deines gleichen die Execution wissen zu spielen. An deiner Seele Seligkeit kann ich dich weder hindern noch fördern, wann ich aber ein Mensch wäre, wollte ich wol selig werden, darum antworte mir auf meine Frag.

ALBERTUS
Ich bitte dich, zürne nicht mit mir, dann ich bin ein blöder Mensch, du aber bist ein geschwinder Geist und mächtig, darum so sage mir zuvor, ob du ein guter oder böser Engel seyest, oder wer du bist.

SPIRITUS
Ich bin weder ein guter noch böser Engel, sondern bin einer aus der 7. Planetengeister, die da beherrschen die Mittelnatur, denen befohlen ist zu regieren die vier unterschiedliche Theile der Welt, nemlich die firmamentische, animalische, vegetabilische und mineralische Theile, und unser sind sieben, die durch unsere Geschicklichkeit alle irrdische Virtutes und Influenz des obern Kreises in die untersten dreyTheil, durch die Ascendenten und Descendenten führen, und darinnen würken. Dann die Planeten können nicht korporalisch herunter kommen. NB. Das ist der Geist, der die inwendige gebärliche Creatur würklich hilft fortbringen aus der Erschaffung der vier Elementen, und wer das versteht, der wird sich richten zum Werk.

ALBERTUS
Ich bin ganz froh deines hohen geistlichen Berichts, ich bekenne von ganzen Herzen die lautere Wahrheit, daß ich aus deinem ganz klaren Bericht mehr Grund vermerke, dann ichbishero in allen Philosophis gefunden hab. Aber ich bitte dich, halt mir noch eine Frage zu gut, so will ich dir die Ursach sagen, warum ich dich habe beschworen, und ordentlich anzeigen,ich bitte, sag mir deinen Namen.

SPIRITUS
Ich heiß und bin der Geist der Planeten, und nicht des Gottes Mercurii,wie du mich mit deinen Conjurationibus, Benennungen und Beschwörungen nicht hast zu dir gebracht, sondern bin durch Gottes Zulassung ganz freiwillig zu dir kommen; derselben mich auch deine Zirkel, Leuchter und Schwerd, und die andere Phantasen weniger dann nichts angeht, sintemal ohne das einem jeden frommen Menschen ein dienstbarer Geist von Gott zugegeben, doch findet man nur wenig, die sich solcher würdig machen. Darumerschrecke nicht mehr von meiner Schwärz, dann sie wird ein Anfang seyn deinesReichthums. War es doch im Umfang der Schöpfung auch alles finster und dunkel, aber durch die Weisheit des Schöpfers war das Licht geschieden vom Finster. Dann nach der lieblichen Morgenröthe die Sonne ganz schön hoch fanguinisch und feuerroth aufgehet. So du nun meinen Worten glaubest, obs gleich nicht menschlich, sondern ein thonender Wiederschall meiner Natur gemäß sind, will ich dich wieder gütlich hören und berichten jetz und trette aus deinem Zirkel, und laß mich hinein treten, setz dich auf den Tisch, und schreibe mit Fleiß, das ich dir sagen werde, du aber fang an die Ursachen, warum du mich also erfordert, und meiner begehren hast, und seye nicht fürwitzig, sondern schlecht und kurz in deinen Fragen.

ALBERTUS
Im Namen Gottes Vaters, Sohns, und heiligen Geistes, Amen. Der allerheiligst ist in einer unzertrennlichen Dreyfaltigkeit, und in unzertrennlicher göttlicher Einigkeit, frage ich dich Spiritum Mercurii, daß du mir die Wahrheit sagen sollest: Quæftio. Ob dieß jenige, so die alten Philosophi von ihrem Lapide Philisophorum oder Tinctura geschrieben, in Rerum natura wahrhaftig, oder ein subtile Speculation sey.

SPIRITUS
Wisse, daß die Philosophi von diesemeinigen Ding durch die Fürchtigkeit mancherley geschrieben haben, damit die Narren,so nur noch Geld fragen und trachten, und untreue bossartige Menschen irre gemacht werden, und also die hohen Geheimniß der Natur (als die natürliche Kräften, die richten alles aus) darnach viel hohes und niedrigesStandes Personen trachten, desto geheimer bleiben mögen, aber sie haben und können auch in keinem andern, ohne allein in einem einzigen Ding (ist alles inallem) die Wahrheit sagen, das andere dient mehr zu verführen dieUnwürdigen. Darum sag ich dir mit kurzen Worten die lautere Wahrheit, daß wann sie in der Concordanz von ihrem Lapide Philosophorum oder Tinctur geschrieben haben, das ist in Rerum Natura wahrhaftig und gewiß.

ALBERTUS
Was ist dasselbig einzige Ding.

SPIRITUS
Du als belesener Sophist, und geübter Laborant, sollst zum wenigsten aus deinem Bernhardo gelernet haben, wie du dich bedünken lässest, du kennest sein doppelten Mercurii Spiritum gar wohl, und hast dich in primo Ente, und deinem AZOTH schier zum Narren speculiert, so bist du aber noch gar zu weit vom rechten Centro, in dem daß du das Leben bey den Todten, und die allerbeständigste und unzerstörlichste Stärke von aller natürlichen Stärk, die stärkste Stärk in unbeständigen und zerstörlichen Dingen suchest. Darum so wisse in der Wahrheit, daß unser Tinctur ganz roth und rein ausgezogen von dem allervollkommensten Creato oder Geschöpf, so die Sonne jemals eschienen. Welches einigeDing durch jemals beschienen. Welches einige Ding durch die allerbeständigsten Geister, Composition der vier unterschiedlichen Qualitäten oder Elementen, und der 7. Sternen Concordanz dermassen compact zusammen gefügt, und ohne einiges Menschen Zuthun oder Hülf oder Kunst in seinen Gradum perfectionis perficiert und gebracht, welches auch mit unglaublicher Vermehrung seines selbst eigenen Saamens und Geschöpfs dermassen in der Schöpfung natürlichen begabt, daß gleichwol sein Theil so fast zusammen verbunden, daß dieß natürlich durch kein Element zerstört und verletzt werde ohne Hülf der Kunst. So doch ausserhalb dieses einigen Dings sonsten alle andere natürliche Ding der Corruption unterworfen. Das seye dir auf dießmal genug zum Bericht,aus wasserley Materi die Philosophi ihr Tinctur gezogen haben. NB. Wann du das verstehest oder kennest, was in diesen erzählten Worten begriffen ist, so verstehest du den ganzen Handel der Summam der Kunst, ja welchem Gott die Augen eröfnet,demist hie genug gesagt. Es möchte auch auf das Gold gezogen werden, so verstehet mans aber nicht recht, dann es sind noch höhere geschaffene Naturen,dann das Gold, dem ist nun nachzusuchen, so findet sich die Wahrheit, was Gott in die Natur geleget hat, das der Mensch nicht erkennen will, ist demnach nicht zu begreifen von wegen seiner grossen Blindheit und Unerkanntniß seiner selbsten.

ALBERTUS
Ich verstehe ausdeinem Bericht, daß du das feine Gold meynest.

SPIRITUS
Du hast zum theil recht verstanden, aber es schwebet dir noch eine trübe Wolken vor deinen Augen. Es ist das feinste Gold, aber nicht das in dem Schmelzofen sein wird, sondern das ide Natur selbst durch ihren vulkanischen Archeum ohne einige Hülf der Kunst firniret hat, auf ihre Weis, daraus wird gezogen derselbige doppelte Mercurius. Wann du denselbigen hast, so disputire mit deinem Abt und sprich: AZOTH & IGNIS tibi sufficiunt. NB. Das ist offenbar, daß es mehr ist dann das feinste Gold, das Gott in der Erschaffung selber gebeut und ihme die Kraft vergönnt hat, solches uns Menschen zu offenbaren. Dadurch dann alle Menschen solches haben können, wann sie von Gott recht erleuchtet werden.

ALBERTUS
Ja wo bekommt man dasselbige Gold?

SPIRITUS
Unter dem Himmel, in vielen Bergen und Gruben. NB. Alle Menschen habens vor Augen, und kennen das nicht.

ALBERTUS
Wie viel muß man zu Vollendung dieses Werks haben?

SPIRITUS
Wann du 4. Loth hast, so magst du dem Papst die Krone abkaufen, und das übrige behalten.

ALBERTUS
So viel wöllen wir mit Gottes Hülf wol zuwegenbringen. NB. Wann du 4.Loth ausgearbeitet, so ist es genug zu deinem Anfang.

SPIRITUS
Ja das Corpus. Weist du aber nicht, daß ich als ein Geist nicht vom Cörper, sonder vielmehr vom Spiritus rede. Wie wilt du den Geist wägen, der da gar gering im Gewicht in kleiner Quantität von seinem Corpus ausgezogen wird, aber nachmals in Virtute die grosse Quantität seines Cörpers übertrift. Wann du nu diesen ausgezugenen Spiritium durch sich selbst wiederum corporalisch wilt machen, und in einen geistlichen und reinen Leib verwandeln wirst, als dann magst du mit deinem Abt disputiren (aber zuvor ist es unvonnöthen) und sagen, Feuer & Azoth tibi sufficiunt.

ALBERTUS
Ach englische, ach himmlische Wort! wie soll ichs dann machen?

SPIRITUS
Solve & coagula

ALBERTUS
Ach das sind kutze Wort, die schwerlich sind zu verstehen, aber die ganze Kunst ist darinnen. Ich verstehe, ich soll das Corpus Goldis solviren, und durch die Solution Spititum Tingentem, welche ohne Zweifel des Bernhardi doppelter Mercurius ist, heraus ziehen. NB. Das Corpus ist nicht sein Gold. sondern das, darinnen die Tinctur verborgen liegt. Daraus zeuch den doppelten Mercurium.

SPIRITUS
Nun ist die Decke von deinen Augen zum theil hinweg, du hast recht verstanden. NB. Da verstehe nun, welches Corpus er meynet.

ALBERTUS
Wodurch muß ich das Corpus Solis solviren?

SPIRITUS
Durch sich selbst, und was ihm am nächsten verwandt ist.

ALBERTUS
Das ist ein schwere Red, ja schwerer dann die Kunst selber, ich bitte dich, erkläre mir solches, und zeig mir an die Mittel und Handgrif der wahrhaftigen Solution.

SPIRITUS
Ich als ein Geist kann dir jetzund die Mittel und Handgrif nicht weisen, dann ich keine Händ hab. Wann ich aber ein Corpus hätte, wie du, wollte ich das ganze Werk arbeiten, du aber suche fleißig in deinem Bernhardo, darinnen stehet das Mittel und die Handgrif der wahrhaftigen Solution, mit allen Umständen dreymal beschrieben, zweymal gerecht, und einmal falsch um derUnwürdigen willen.

ALBERTUS
Ach ich Elender, hab mich allbereit schier zu todt darinnen gelesen, kann sie gleichwol nicht finden, dann ob ich gleichwol den König durch deine Unterweisung kenne, so ist mir aber die Fontina darinnen ganz unbekannt, darum bitte ich dich auf das allerfleißigst, zeige mir, was die Fontina sey.

SPIRITUS
Du willst allzufrühe allzugelehrt werden. Ich kann sie dir nicht zeigen, du must zuvor den König haben, man hitzet das Bad nicht ehe, der König seye dann vorhanden. Du aber gehe zu deinem Abt, und sage ihm, er soll dir schaffen 10. lodes besten Orientalischen y8756. Æ S Æ, wie es ohne Feuer aus seiner Mutter der Erden kommt, so will ich dir nachmals alles offenbaren, was du jetzt nicht verstehest. Sey still und verschwiegen, zeig deinem Abt deine Bücher nicht mehr, sag ihm auch von unser Zusammenkunft kein Wort, bey Leib und Blut, lege ab alle Zauberey und beschwere mich nicht mehr, bleibe im guten Fürsatz, bitte Gott umGnad und einen guten Geist, sonsten darf ich nicht wieder zudir kommen. So will ich dein guter Freund seyn, und so oft du meines Raths bedarfst, will ich stets bey dir seyn.

ALBERTUS
Ach bleib nur noch ein wenig, sage mir, werd ichs auch noch erleben, daß wir die Tinctur verfertigen?

SPIRITUS
Ja du wirst es vollenden, aber dein Abt wird so lang nicht leben, du wirst sie erlangen nach seinem Tod,und da du dich nicht weislich fürsiehest, wird sie dir ein Ursach seyn deines Todes. Darum habe dich wohl in acht, siehe wol zu, wem du dieselbige zeigest, dann diese Tinctur grosse Verblendung anrichten wird, doch sollt du deine Büchlein fleißiger jederzeit, dann deine Tinctur selbst verwahren, und ja Achtung darauf geben, daß man es zu keiner Zeit bey dir findet, dann du darvon in grosse Gefahr, und in Gefängniß und Morg gerathen könntest, derhalben bis fürsichtig und gehab dich wohl.

ALBERTUS
Ich Frater Albertus Bayr, Ordinis Carmelitani, betheure und bezeuge hiermit vor Gott und seinen Engeln, und lieben Heiligen, daß Anno 1568. den 18. Tag Februarii, welches war das Fest der klarwürdigen und hochgebenedeyten ewigbleibenden Jungfrau Mariæ Liechtmeß, wie ich in meiner Cellen im Closter Maria Magdalena de Stella nova, mir solch Gesicht erschienen, und vorgemeldet Colloquium mit mir gehalten. Nachdem ich Tag und Nacht mit philosophischen Büchern und Gedanken aufstund und zu Beth gieng, und Gott den Herrn mit innbrünstigem Seufzen bate Tag und Nacht, daß er mir die Wahrheit dieser Kunst gnädiglich offenbaren wollte. Da hab ich in meiner Unwissenheit, Gott verzeihe mirs,weil ich anders nichtvermeynet, nachdem ich 23 Jahr mit meinem Abt vergebens mit grosser Mühe laborirt,man könnte dieser Sachen Geheimniß von keinem Menschen erfahren, sondern man muß es von den Geistern erzwingen, so es doch den Menschen viel mehr, dann den Geistern möglich ist, wie ichs, Gott Lob, am Ende befunden. Da hab ich auf gemeldeten Tag durch gewöhnliche Ceremonien und gebührliche Conjurationes, wie in Klöstern in Italia, Hispanien gar gemein, als ein Kloster Exorcista, Gott verzeih mirs, den Spiritum Mercurii beschworen, und auf ein Gespräch erfordert: Welcher mir in Gestalt eines schwarzen, länglichen, scheublichten Scheins oder Schattens ohne einige Form oder Gestalt eines Menschen oder Thiers erschienen, und mir mit hallender thonender Stimme, Frag und Antwort gegeban, wie vor berichtet.

Und als ich sein Geheimniß mich an Tisch gesetzt, mit Feder und Dinten gefast gemacht, ist derselbige Schatten oder schwarze Schein mitten in den Cirkel getreten, ungeacht des consecrirten Schwerds, geräucherten Kerzen, und ander Gaukelwerk. Nachmals hat es sich von der schwarzen Farb durch ein aschenfarb graue Wolken, in ein ganz lichten weissen Schein verkehret, und zu lezt von der weissen durch ein licht gelbe Farb in die höchste Röthe verändert worden. Die Form aber und Grösse hat sich nicht verkeht oder verändert, sondern ist bis zum Ende des Gesprächs im Cirkel ganz unverrückt bestehen blieben, in mitten aber im Schein ist das Zeichen Mercurii in 3. unterschiedlichen Farben gestanden. Endlich als er verschwunden, wie erzählt, ist meine Cell inwendig und auswendig blutroth erschienen und gesehen worden, als wie die Sonn in einem Gemach blutroth zu scheinen pfleget.

Nach dieser Offenbarung hab ich alles mit meinem Abt bestellt, haben den rechten Materi innerhalb 2. Jahre 2. und 7. Loth, mit grosser Müh und Fleiß zuwegen gebracht, und das Werk Anno 1571. glücklich vollendet, wie ich dann solches folgends treulich und klar aufgezeichnet. Mein Abt aber hat es nicht erlebt, dann den 2. Junii zuvor ist er neben seiner Concubina im Beth todt gefunden worden. Ich hab von Anfang bis zu End aale Farben gesehen, und wie sich der Spiritus im Cirkel erzeigt, also auch die 3. Hauptfarben, nemlich schwarz, weiß und roth, im Werk also unterschiedlich gefunden, und wann ein einiger Irrthum ist fürgefallen, hab ich allezeit von gemeldetem Spiritu guten Rath und Bericht bekommen. Insonderheit aber hat er mir die Parabel von der Fontina des Bernhardi dermassen erklärt, daß mir nachmals alle verborgene Schriften und Figuren der Chaldäer und Egypter und anderer Philosophen offenbar worden, wie ich solches im 4. Theil meines Büchleins, so ich über das Buch Bernhardi verzeichnet hab.

Aber nach Vollendung des Werks hab ich den Spiritum in etlich Jahren nicht können wieder zu mir bringen. Derohalben mir die Augementatio in Virtute & Quantitate sehr schwer vorgefallen, und weil ich von dem Spiritu keine weitere Unterweisung und Bericht bekommen, und mir die andern Brüder, und sonderlich der neue Abt sehr aufsetzig und zuwider waren, darum daß sie von mir in diesen Sachen nichts erfahren kunten, macht ich mich mit meiner Tinctur und etlichen alten guten Aegyptischen Büchern, über wenig Jahren heimlich davon, und kam glücklich zu Augsburg an, und reiset darnach gen Nürnberg, und ward froh, daß ich einmal auf den Teutschen Boden kam, bey der tröstlichen Hofnung, ich werde dermals einen finden, so mir di Augmentation zeigen werde. Gott der Allmächtige helfe ferner allen mit seinen Gnaden hochgelobt und gepreiset in alle Ewigkeit, Amen, Amen.

Quellenangaben

*21 Raimundus Lullus, Lorenzo Ventura: Neue Sammlung von einigen alten und sehr rar gewordenen Philosophisch und Alchemistischen Schriften, als eine Fortsetzung des bekannten deutschen Theatri Chymici – Zweyter Theil, S. 41-54

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