Die Geschichte des Grafen von Almeida in der Teufelsschule zu Salamanca

Die Geschichte des Grafen von Almeida in der Teufelsschule zu Salamanca

Überwiegend zum Zwecke der Unterhaltung, folgende Geschichte. Gefunden habe ich sie, bei der Recherche zur sogenannten “Teufelsschule bzw. Teufelscollegium zu Salamanca”, die heutige Universität. Sodann:

Als vor langen Jahren der Teufel einstmals in sichtbarer Gestalt als Magister oder Privat-Docent auf der auf der hohen Schule zu Salamanka in Spanien, in einem unterirdischen Gewölbe eines dortigen Universitätsgebäudes öffentlich die schwarze Kunst lehrte, bedung er sich beim Schlusse seiner Vorlesungen anstatt des Honorariums unverhofterweise die Seele des durchs Loos zuletzt aus dem Collegium tretenden Zuhörers aus.

Die unglückliche Nummer traf einen jungen Grafen von Almeida. Es gelang diesem beherzten jungen Mann jedoch durch eine sonderbare List den Klauen des Bösewichts glücklich zu entrinnen. Der furchtbare Meister und Oberste aller Schwarzkünstler lauerte an der Thür oben an der Treppe auf seinen, ihm schon gewissen Raub. Der Graf, der da wußte, daß der Teufel ein Mann von Wort, ja ein rechter Sclave seines Worts sey, hatte sich mittlerweile eine List ersonnen, und schritt im Vertrauen auf deren guten Erfolg seinem Schicksal getrost entgegen.

Symbol des Doktorengrad der Universität in Salamanca, Spanien.

Symbol des Doktorengrad der Universität in Salamanca, Spanien.

Auf der obersten Stufe der Trepe brüllte ihn der Mordgeist mit schrecklicher Stimme an: Halt! Gesell, daß ich dir das Genick breche! – Es war gerade in der Mittagsstunde, da der Haufe der sauberen Studenten aus einander ging, und die Sonne stand dem Eingang des Gebäudes gerade gegen über. “Was willst du? antwortete der Graf ganz ruhig, ich bin nicht der Letzte, halte dich an den, der mir folgt,” und zeigte dabei mit der Hand auf seinen eigenen Schatten. Augenblicklich verschwand der Satan, und ließ den verschmitzten Studenten frei ausgehn.

Der Körper des Grafen aber warf von diesem Augenblick an im Sonnenschein nie wieder einen Schatten von sich, zum augenscheinlichen Beweise, daß der Teufel denselben wirklich mit sich zur Hölle genommen haben müsse.

Quellenangeben

*20 Georg Conrad Horst, Zauber-Bibliothek – Erster Theil

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