Kyphi bzw. Ägyptischer Sonnenweihrauch

Kyphi – Rezepte & Informationen

Kyphi ist eine traditionelle ägyptische Abendräuchermischung und dient ebenso als Opfergabe an ägyptische Gottheiten, insbesondere an Sonnengott Re. Auch ist die Bezeichnung „Ägyptischer Sonnenweihrauch“ gebräuchlich. Einen Überblick über Rezepturen und Verwendungsweisen gibt dieser Beitrag.

Kyphi war und ist eine sehr komplexe Räuchermischung mit hohem Wert. Auch die Zubereitung war nur gewissen Personengruppen geläufig und gestattet. Daher haben sich verschiedenste Abwandlungen ergeben, insbesondere aus der griechisch-römischen Antike. Hier wurde Kyphi auch als Trank dargereicht, in Pillenform zur innerlichen Anwendung, als Einreibung oder als Hygieneartikel verwendet. Aus dieser Epoche sind Rezepturen von beispielsweise Pedanios Dioscurides oder Nikolaos Myrepsos erhalten.

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Papyrus Ebers

Frater V∴D∴ berichtet in seinen Schriften, ob nun im Kursus der praktischen Magie oder in der Schule der hohen Magie [Link zu Amazon] über eine sehr alte Rezeptur: Im Papyrus Ebers findet sich ein Rezept (9 Zutaten), welches von Hopfner übertragen wie folgt.

Trockene Myrrhe, Wacholderbeeren, Weihrauch, Cyperngras, Mastyxzweige, Bockshorn, Kalmus von Nordsyrien, Rosinen, Styraxsaft zerstoßen, zu einer Substanz gestalten. Frauen sollen dem Rezept noch Honig zusetzen und alles zusammen kochen.

Das Papyrus Ebers ist wahrscheinlich die älteste Überlieferung (16. Jh. v . Chr.) welche aktuell übersetzt ist. Und auch bei ihr sind nicht alle Übertragungen gesichert. Dieser 19 m lange und 30 cm breite Papyrus ist das größte und besterhaltene Medizinbuch aus dem antiken Ägypten und befindet sich heute in der Universitätsbibliothek Leipzig.

Priesterschaft von Edfu

Ebenfalls aus dem alten Ägypten ist ein Tempelrezept der Priesterschaft von Edfu bekannt: Im Tempel von Edfu (erbaut 237 bis 57 v. Chr.), welcher dem Gott Horus geweiht war, wurde angeblich der beste Kyphi ganz Ägyptens zubereitet. Das dazugehörige Rezept der Priesterschaft von Edfu wurde von eben dieser im Tempel an die Wand gemeißelt.

Überlieferungen für die Mischung der verschiedenen Bestandteile des Kyphi sind vom römischen Chronisten Plutarch mit 16 Zutaten (1. Jh. n. Chr.) und Manetho von Mendes bekannt. Diese wenigen, teils fragmentartigen Überlieferungen sind jedoch auch sehr umfangreich in ihren Bestandteilen.




Susanne Fischer-Rizzi

Susanne Fischer-Rizzi – eine Autorität im Bereich Räucherungen – berichtet in ihrem Buch „Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk“ [Link zu Amazon] folgendes Rezept (18 Zutaten) und auch eine Anleitung zur Herstellung.

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Rezeptur nach Susanne Fischer-Rizzi

  • messerspitzenweise Adlerholz (je nach Menge)
  • 1 TL Benzoe Siam
  • ¼ TL Galgant
  • ¼ TL Kalmus
  • ¼ TL Kardamom
  • ¼ TL Koriander
  • 1 TL Lemongras
  • 2 TL Mastix
  • 1 TL Myrrhe
  • ½ TL Rosenblätter (bzw. getrocknete Dufrosenknospen)
  • eßlöffelweise Rotwein (schwer und gehaltvoll)
  • ½ TL Styrax
  • 8 TL Sultaninen (ungeschwefelt)
  • ½ TL Wacholderbeeren (getrocknet)
  • ½ TL Waldhonig (flüssig)
  • 1½ TL Weißes Sandelholz
  • 4 TL Weihrauch (Olibanum Aden oder Olibanum Somalia)
  • 1 TL Zimtrinde oder Zimtblüte (Cassia)

Zubereitung nach Susanne Fischer-Rizzi

  1. Die Sultaninen werden über Nacht im Rotwein eingeweicht.
  2. Am darauffolgenden Morgen werden Benzoe, Mastix, Myrrhe und Weihrauch mit dem Mörser zerkleinert. Die Galgant, Kalmus, Kardamom, Sandelholz, Wacholderbeeren und Zimt werden einzeln im Mörser zu Pulver verarbeitet. Im Anschluss werden sie mit Benzoe, Mastix, Myrrhe und Weihrauch vermischt.
  3. Nun werden die Rosenknospen zerpflückt und das Lemongras fein geschnitten. Dann wird alles miteinander verknetet.
  4. Auf etwa eine Tasse der Mischung wird jetzt 1/2 Teelöffel des pulverisierten Adlerholzes gegeben und der Mischung beigegeben.
  5. Die Sultaninen werden nun aus dem Wein genommen und mit Hilfe eines Küchenmixers zerkleinert. In den entstandenen Sultaninenbrei wird der Honig untergerührt und mit den restlichen Zutaten gut vermischt.
  6. Aus dieser Mischung werden kleine erbsengroße Kügelchen geformt und zum Trocknen in die Sonne gelegt (z. B. auf einer Aluminiumfolie).
  7. Diese Kügelchen sollten nun mindestens 2 Wochen an einem warmen Ort getrocknet werden.

Weitere Rezepturen für Kyphi

Leider sind hier keine exakten Mengenangaben zu finden. Weitere Rezepte des Kyphi lassen sich finden, welche zwar konkreter scheinen, mir der Ursprung derer aber noch unbekannt ist. Beispielsweise:

Kyphi-Mischung 3

  • 4 Teile Weihrauch
  • 2 Teile Benzoe
  • 2 Teile Mastix
  • 2 Teile Myrrhe
  • 1 Teil Zeder
  • 1 Teil Galgant oder Ingwer
  • 1/2 Teil Kalmus oder Eisenkraut
  • 1/2 Teil Kardamom
  • 7 Rosinen
  • 1/2 Teil Zimtrinde
  • 1/2 Teil Cassia
  • 1/2 Teil Wacholderbeeren
  • 1/2 Teil Iris
  • 1/2 Teil Zypresse
  • einige Tropfen Lotosaroma
  • einige Tropfen Wein
  • einige Tropfen Honig

Kyphi-Mischung 4

  • 3 Teile Weihrauch
  • 2 Teile Benzoe
  • 2 Teile Myrrhe
  • 1 Teil Wacholderbeeren
  • 1/2 Teil Galgant
  • 1/2 Teil Zimtrinde
  • 1/2 Teil Zeder
  • 2 Tropfen Lotusaroma
  • 2 Tropfen Wein
  • 2 Tropfen Honig
  • einige Rosinen

Man sieht also im direkten Vergleich die Möglichkeiten der Mischungsverhältnisse. Auch wenn das vierte Beispiel „abgespeckt“ erscheint, bedarf es immer noch etwas Aufwand. Was sich aber erkennen lässt, sind Grundmuster. Diese Grundmuster sind es, die sich leicht übertragen lassen und sich bis in heutige Zeit und Einfachheit gerettet haben.

Grundbestandteile des Kyphi

Im Wesentlichen kann man die Bestandteile das Kyphi also benennen als Weihrauch, Benzoe, Myrrhe, Wacholderbeeren, Rosinen, Galgant, Wein, Honig. Auch Kardamom und Zimt wird zumeist verwendet.

Wer sich an seinem eigenen Kyphi probieren will, sollte zumindest die Grundbestandteile und -wirkungen beachten. Vor allem wenn man Bezugsprobleme hat. Dann hilft es die Prinzipien hinter den einzelnen Bestandteilen zu verstehen, um somit auch den eigenen Erfordernissen und Verwendungszwecken entsprechen zu können.

So finden sich mit Weihrauch, Benzoe oder Myrrhe Bestandteile mit spiritueller Wirkung; mit Zyperngras, Wacholderbeere, Zimt oder Kardamom eher reinigende Bestandteile und Prinzipien. Auch wenn ein experimentieren mit individuellen Mischungen geradezu einlädt, ist die Gesamtheit aber eben gerade das, was sie ist: die ineinander verwobene Gesamtheit und Wirkungsweise.

Diverse Mischungen des Kyphi gibt es auch bei Amazon zu kaufen; teilweise auch zu recht annehmbaren Preisen.

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